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Ostern - das älteste und wichtigste Fest der Christen

"Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, und euer Glaube sinnlos. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Lebens auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran, als alle anderen Menschen."  (1 Kor 15,14.17)

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Ostern ist für uns Christen das wichtigste Fest des Jahres. Wir feiern an diesem Tag die Auferstehung Jesu Christi. Als Christen sind wir überzeugt, daß Jesus durch sein Leiden, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung den Tod überwunden und damit auch unser Leben erneuert hat. Ohne dieses Osterereignis wäre Weihnachten ohne Bedeutung geblieben, Pfingsten und die Kirche hätte es nie gegeben. Christus ist auferstanden! - auf diesem Geheimnis basiert unser ganzer Glaube.

In der Alten Kirche wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen. Erst seit dem vierten Jahrhundert feiern die Christen die Heilsereignisse entsprechend den historischen Ereignissen an drei Tagen: Am Abend des Gründonnerstag steht das Letzte Abendmahl im Mittelpunkt, am Karfreitag das Leiden und der Kreuzestod Jesu und in der Osternacht bzw. am Ostersonntag die Auferstehung. Der Karsamstag bleibt als Tag der Grabesruhe Jesu ohne liturgische Feier. Mit dem Osterfest beginnt die Osterzeit, die nach fünfzig Tagen mit Pfingsten ihren Abschluss und ihre Vollendung findet.

Aufgrund der Wichtigkeit des Osterfestes bereiten wir uns als Christen auf dieses Fest gründlich vor. Am Aschermittwoch beginnt die sogenannte Fastenzeit. Sie dauert (die Sonntage ausgenommen) vierzig Tage, so wie auch Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage in der Wüste gefastet hat. Als Christen versuchen wir, unseren Glauben in dieser Zeit besonders bewußt zu leben und gleichzeitig "zur Reinigung der Seele" auf Überflüssiges zu verzichten (siehe ev. Fastenaktion "7 Wochen ohne").

Ostern wird übrigens immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr gefeiert; alle anderen Feste und Gedenktage von Aschermittwoch bis Trinitatis richten sich nach diesem Termin.

 


Und was bedeutet Ostern für unser Leben? Durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes hat Gott die Sünde besiegt und die Welt mit sich versöhnt. Ostern ist Vergebung! Diese unbedingte Vergebung kann nicht ohne Folgen bleiben. Auch wir sind zur Vergebung aufgerufen, ja wir können im Bewußtsein der Vergebung Gottes gar nicht anders, als selbst barmherzig zu sein - so wie es diese kleine Geschichte erzählt:


 
Nach der Osternachtsmesse, so wird aus der Zeit der christlichen Kaiser Roms berichtet, wurde vom Kaiser mit dem Licht der Osterkerze noch die große Kerze der Ostergnade entzündet: Solange sie brannte, konnte jeder, der ein todeswürdiges Verbrechen freiwillig gestand, mit seiner Vergebung rechnen. Sagt doch Jesus im Osterevangelium: "Wem ihr die Sünden vergeht, dem sind sie vergeben!" Und beten wir nicht alle: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"? Allerdings durfte die Gesetzesübertretung nicht schon vor Gericht stehen oder erwiesen sein.

Schon kam der lange Zug der Übertreter aus einer Seitentür: Eidbrüchige und Verräter, Giftmischer und Mörder, Wegelagerer und Falschmünzer. Sie alle legten die rechte Hand an die Kerze, bekannten ihre Schuld und traten dann an den Tisch des Schreibers. Er notierte ihre Namen und gab ihnen den Gnadenbrief mit, der sie zur (unverfolgten) Wiedergutmachung aufforderte. Als letzte trat eine Frau an die Kerze, deren Ehegatte sie bereits unter den Gläubigen und Schaulustigen erwartete. In der Hand hielt er eine Schriftrolle, auf der er dem Kaiser mitteilen wollte, dass seine Frau ohne Recht sein Erbarmen anrufe, weil er sie schon ihrer Vergehen überführt habe; sie leugne sie nur immer noch.

Die Menschen starrten auf die Frau im Büßergewand, die ihre Hände an die Kerze legte und stockend in die atemlose Stille sprach: "Ich beschuldige mich des Ehebruchs" Plötzlich rief sie: "Diese Gnade steht mir nicht zu!" und blies die Flamme aus. Dann sprach sie mit geschlossenen Augen weiter, von dem Kind, das sie empfangen hatte, von den Männern ... sie schloss: "Meine Schuld ist zu groß!" Schließlich öffnete sie die Augen. Die Kerze brannte. Ihr Mann stand neben ihr.

Mit strenger Stimme fragte der Kaiser: "Wer bist du und wie wagst du es, meine Gnadenkerze von neuem zu entzünden?" Er antwortete: "Ich bin der Ehemann dieser Frau. Mit der Anklageschrift gegen sie holte ich erneut das Licht von der Osterkerze."  Da verneigte sich der Kaiser und sagte: "Du hast richtig gehandelt - nach dem Beispiel Jesu Christi!"
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